Sonntag, 19. August 2018

Verkehrsunfall zwischen der Kleinbahn Rasender Roland" und einem PKW in Binz

Der rasende Roland bei der Ausfahrt aus dem Binzer Bahnhof in Richtung Putbus.
Foto: Ralf Eppinger / www.inselfotografie-ruegen.de

Verkehrsunfall zwischen der Kleinbahn "Rasender Roland" und einem PKW in Binz (LK Vorpommern-Rügen"


Sassnitz (ots) - Am 17.08.18, gegen 14:35 Uhr kam es in Binz zu einem Verkehrsunfall zwischen einem PKW und der Kleinbahn "Rasenden Roland". Ein 57- jähriger VW-Fahrer von der Insel Rügen befuhr die Rabenstraße aus Richtung Stadtzentrum kommend. Am dort befindlichen unbeschrankten Bahnübergang missachtete er den Vorrang des "Rasenden Rolands", welcher von Putbus nach Binz fuhr . Es kam zum Zusammenstoß zwischen dem VW und der Bahn. Glücklicherweise wurde bei der Kollision niemand verletzt. Ersten Ermittlungen zufolge gab der Lokführer, wie an unbeschrankten Bahnübergängen üblich, zweimal ein akustisches Signal ab und passierte dann langsam den Übergang. Der VW wurde durch den Zusammenstoß stark beschädigt und musste geborgen werden. Die Lok des "Rasenden Roland" wurde leicht beschädigt und ist weiterhin fahrbereit. Während der Unfallaufnahme war die Bahnstrecke für ca. 2 Stunden gesperrt. Der entstandene Gesamtsachschaden wird auf ca. 36.000 Euro geschätzt.

Dienstag, 14. August 2018

Naturparadies Antarktis - Greenpeace-Vortrag im Ozeaneum


"Eine Weddelrobbe und ein Eselpinguin treffen in der Antarktis aufeinander. Greenpeace setzt sich für ein Meeresschutzgebiet am Südpol ein, um dessen artenreiches Ökosystem zu erhalten.“
Copyright: Paul Hilton / Greenpeace

Naturparadies Antarktis

Greenpeace-Vortrag im Ozeaneum

Stralsund, 14.08.2018 – Blauwale, Orcas, Seeleoparden, Kaiserpinguine, riesige Krillschwärme und sogar Korallen: Die Antarktis am Südpol ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt. Doch durch die Klimakrise und die Fischerei ist dieser einzigartige Lebensraum bedroht. Die einst mächtige Eisdecke schmilzt. Fischfangflotten wittern ihr Geschäft und dringen immer weiter ins Südpolarmeer vor. Im Greenpeace-Vortrag am 22. August 2018 im Ozeaneum in Stralsund erfahren Besucher, welche Naturschätze das Südpolarmeer beheimatet und wie diese empfindliche Welt vor den Eingriffen des Menschen geschützt werden kann.  

Ingrid Boitin, ehrenamtliche Greenpeacerin aus Lübeck, gibt in ihrer Präsentation Antworten auf weitere Fragen: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Region am Südpol aus? Welche Rolle nimmt Krill im Ökosystem ein – und was macht ihn für die Fischereiindustrie so attraktiv? Auf die Besucher warten eindrückliche Fakten, Fotos und Filmsequenzen. Der 30-minütige Vortrag findet im Kinosaal der Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“ statt, jeweils um 12 Uhr und um 15 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Im Anschluss ist Zeit für Fragen – auch zur Arbeit der unabhängigen Umweltschutzorganisation Greenpeace.

 

Greenpeace für Einrichtung eines Schutzgebietes 


Greenpeace setzt sich mit einer großen Kampagne für ein antarktisches Schutzgebiet im Weddellmeer ein. Es wäre mit 1,8 Millionen Quadratkilometern etwa fünfmal so groß wie Deutschland. Mehr als 1,8 Millionen Menschen weltweit haben bereits eine entsprechende Petition von Greenpeace unterschrieben. Die Umweltorganisation hatte Anfang des Jahres mit einer Schiffsexpedition das schützenswerte Ökosystem am Südpol dokumentiert und vor Ort nachgewiesen, dass die Fischerei nach Krill die antarktischen Meere gefährdet. Ende Oktober wird die Antarktis-Kommission CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) über die Einrichtung des Meeresschutzgebietes entscheiden.

Mittwoch, 11. Juli 2018

Sommer-Ferien-Programm am Königsstuhl im Juli

Sommer-Ferien-Programm am Königsstuhl im Juli


Vielfältige Angebote für kleine und große Entdecker im Nationalpark Jasmund    ­

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Das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL hat während der Ferienmonate im Juli und im August neben der eindrucksvollen Erlebnisausstellung und dem Dirk Steffens-Film im Multivisionskino ein vielseitiges Programm zu bieten. Alle Führungen und Angebote sind dabei wie gewohnt im Eintrittspreis enthalten. Auch neugierige Eltern sind ganz herzlich und ausdrücklich willkommen zu diesen Angeboten.

TÄGLICH

13 Uhr, Kinderkurzführung: Mama, welches Tier läuft denn da drüben? Papa, warum hat der Stein ein Loch? Antworten auf diese und andere Fragen bieten neben der audiogeführten Erlebnisausstellung auch die halbstündigen Kurzführungen speziell für Kinder.
12 bis 15 Uhr, Forscherzelt: Hier kann man den Salzgehalt der Ostsee bestimmen, Kreide anfassen und Fossilien bestaunen. Immer dienstags steht den Fragen der Gäste im Forscherzelt ein Nationalpark-Ranger zur Verfügung.
14 Uhr, Rangerwanderung: Ein Nationalpark-Ranger wandert mit den Gästen auf einer einstündigen Wanderung ins Welterbe.

JEDEN MO + MI + FR

13-13:30 Uhr: Familienquiz „1, 2 oder 3 – im Welterbe dabei!“ in unserem Nationalpark-Theater 15-16 Uhr: Märchenwald-Lesung zu den Mythen und Legenden von Rügen

JEDEN DI + DO

12-15 Uhr, Bernstein-Werkstatt: aus dem „Gold der Ostsee“ ein ganz persönliches Mitbringsel gestaltet (3,00 € Materialkosten) Auf dem Gelände des Nationalpark-Zentrums gibt es neben Kletterbäumen auch ein spezielles Erlebnis für Kids:

Auf einer packenden Rallye führt der Rabe Krax, das Maskottchen des Zentrums, in seinem Tagebuch in seinen Buchenwald, berichtet aus seinem Raben-Alltag und zeigt dabei hautnah alle Ecken des Waldes und welche kleinen und großen Lebewesen darin herumwuseln. Das Rallye-Set ist für 2,50 € in unserem Shop erhältlich.

Auch im Juli haben wir besondere Vorträge im Programm, welche Sie gerne Ihren Gästen empfehlen dürfen:

Do, 19.07. um 13 Uhr: Kunstpause „Die Kreidefelsen auf Rügen – Die Geschichten hinter den Bildern“  Susanne Papenfuß vom Caspar David Friedrich-Zentrum in Greifswald wird für alle Kultur- und Kunstinteressierten einen kurzweiligen Einblick hinter die Kulissen der Entstehung des Bildes von Caspar David Friedrich sowie von Hiroyuki Masuyama geben. Von letzterem kann seit Juni die Fotomontage zu Friedrichs berühmtem Bild im Kreidesaal unseres Zentrums bestaunt werden.

Di, 31.07. um 13 Uhr: Vortrag „Aus Sicht eines Rangers“ anlässlich des World Ranger Days gibt ein Nationalpark-Ranger hier Einblicke in seine tägliche Arbeit, sein Aufgabenfeld und erzählt die ein oder andere Anekdote aus seinen bisherigen Begegnungen.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Kliffabbrüche an Rügens Nordküste: Minister mahnt zur Vorsicht

Kliffabbrüche an Rügens Nordküste: Minister mahnt zur Vorsicht


An der Nordküste Rügens ist es in den vergangenen Tagen zu zwei größeren Kliffabbrüchen gekommen. Die Abbrüche ereigneten sich vermutlich bereits am Ende der ersten Januarwoche. Ein großer Abbruchbereich befindet sich ca. 200 Meter südlich der Rettungsleiter am Kieler Bach – etwa in der Mitte der Strecke zwischen Königssstuhl und Saßnitz. Experten schätzen das Volumen des Abbruchs auf 4.000 Kubikmeter.

Grund für den Abbruch ist ein Bach aus Niederschlagswasser, das aus einer eiszeitlichen, sandigen Sedimentschicht in der Kreide austritt. Derzeit laufen dort pro Tag ca. 50 Tonnen Wasser über das Steilufer in die See, wobei Sediment ausgewaschen und das Kliff destabilisiert wird.

Der zweite größere Abbruch ereignete sich ca. 800 m weiter südlich und umfasst ca. 2.000 Kubikmeter Sediment. Dort ist ein seit Jahren deutlich sichtbarer Überhang abgebrochen.

An zwei weiteren Uferbereichen kam es außerdem zu Sedimentrutschungen. Etwa 1500 Meter südlich vom Abstieg Kieler Bach hatte sich bereits 2008 ein Kliffabbruch ereignet, aus dessen Schuttkegel nun nachgesackter und ausgeschwemmter Sand einen etwa 100 Meter langen Strandabschnitt komplett zugeschüttet hat.

Im Grenzbereich des Nationalparks zur Stadt Saßnitz befindet sich eine Sandlinse in der Kreide, aus der bereits seit Jahrzehnten terrassenförmige Bereiche nachrutschen. Dort ist jetzt eine Baumgruppe mit ihrem Wurzelbereich den Hang hinab gerutscht und steht teilweise im Wasser.

Umweltminister Dr. Till Backhaus mahnt Spaziergänger an Rügens Küste zur Vorsicht: „An aktiven Kliffs wie diesem besteht dauerhaft die Gefahr von Abbrüchen. Im Frühjahr ist die Gefahr besonders hoch. Hier besteht Lebensgefahr! Halten Sie sich unbedingt an die vorgeschriebenen Wege und an die Gebotsschilder!“

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Monate sind die Kliffs wassergesättigt und dadurch instabiler als in Trockenphasen. Der Rückgang der Steilufer an den Außenküsten ist ein natürlicher Vorgang. Aktive Kliffs gibt es u. a. in Großklützhöved, Nienhagen, am Fischlandhochufer, am Dornbusch, in Sellin, Göhren, Zempin und Koserow. Hier sind Abbrüche am wahrscheinlichsten. Gefährdete Kliffs sind durch fehlenden oder im Abrutschen befindlichen Bewuchs gut erkennbar.

Kliffabbruch nahe dem Kieler Bach zwischen Königsstuhl und Saßnitz / Foto-Quelle: Dr. Ingolf Stodian/Nationalparkamt Vorpommern

HINTERGRUND:


Kreide ist ein Sediment, das zu 98 Prozent aus den Resten mikroskopisch kleiner Organismen besteht, die zur Kreidezeit im Wasser lebten und ein Kalkskelett hatten. Der an der Küste im Nationalpark Jasmund nun sichtbare Teil dieser Sedimente ist vor rund 68 Mio. Jahren gebildet worden.

In der nachfolgenden Zeit wurden die Kalksedimente im Meer überlagert und verfestigt. Durch tektonische Kräfte und durch die Eiszeit wurde eine Kreidescholle aus dem Untergrund der Ostsee wieder heraus gehoben und dabei stark deformiert. Dadurch ist die Kreide in sich in kleine Stücke zerbrochen. Auf diesen Bruchflächen kann Wasser durchsickern und es bilden sich dabei Gleitbahnen aus. Deshalb gibt es auch nach niederschlagsreichen Zeiten mehr Abbrüche als in trockenen Zeiten.

Zudem hat die Eiszeit selbst Sedimente hinterlassen, die heute auf der Kreide liegen. Dabei handelt es sich um Sand und Geschiebemergel (Kalk-, Ton-, Sand-Gemisch). Der Sand ist ein guter Grundwasserleiter. Bei der Deformation der Kreide in der Eiszeit ist diese in große Schollen zerbrochen, die teilweise untereinander geschoben wurden. Dabei wurden die ursprünglich auf der Kreide liegenden Sedimente in die Kreide eingefaltet. Auch der größere Abbruch am Kieler Bach passierte in einer solchen eiszeitlichen Sedimentauflage.