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Freitag, 26. Februar 2016

Erweiterte Sektion des Sowerby Zweizahnwales in Stockholm

Der in Schweden nun obduzierte Sowerby Zweizahnwal hielt sich für mehrere Wochen in Deutschland in der Wohlenberger Wiek auf und konnte direkt vom Ufer beobachtet werden. (Foto: © Michael Dähne/Deutsches Meeresmuseum)

Erweiterte Sektion des Sowerby Zweizahnwales in Stockholm


Stralsund. Am Schwedischen Museum für Naturkunde in Stockholm wurde Anfang der Woche die erweiterte Sektion des Sowerby Zweizahnwales, der im September und Oktober 2015 in der Wohlenberger Wiek beobachtet werden konnte, durchgeführt. Wissenschaftler, Kuratoren und Techniker des größten naturkundlichen Museums Schwedens, der Universität Köln und des Deutschen Meeresmuseums arbeiteten zusammen an der Beschreibung der Anatomie dieser seltenen Wale.

Besonderer Fokus lag auf den Mechanismen der Lauterzeugung: der Stimmapparat, der hochfrequente Echoortungslaute unter hohen Umgebungsdrücken erzeugen kann, und die Melone, die zur Fokussierung und Bündelung der Laute dient. Weiterhin wurde der Hörapparat untersucht, der die Echos und andere Schallsignale über den Unterkiefer aufnimmt und über sogenanntes, akustisches Fett zum Innenohr leitet.

Sowohl die Schallerzeugung als auch das Hören sind bei allen Zahnwalen hochentwickelt und spezialisiert. Während Delfine Echoortungsclicks zum Auffinden von Beute und tonale Geräusche, wie z. B. Pfiffe, für soziale Kommunikation nutzen, senden andere Zahnwale, wie z. B. Schweinswale, nur Clicks aus, die – so wird vermutet – für Kommunikation, Beutefang und Navigation genutzt werden.

Dr. Stefan Huggenberger, Brigitte Dengler und Dr. Michael Dähne bedanken sich für die intensive Zusammenarbeit mit Dr. Daniela Kalthoff und Dr. Thomas Lyrholm. Das Wal-Skelett verbleibt in Stockholm und wird vorerst in die umfangreiche Sammlung des Schwedischen Museums für Naturkunde aufgenommen werden.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Tierarzt zufrieden mit Schildkröten-WG im MEERESMUSEUM Stralsund

Dr. Dieter Göbel (l.) beim Schildkröten-Check im MEERESMUSEUM Stralsund. (Foto: © Deutsches Meeresmuseum)

Tierarzt zufrieden mit Schildkröten-WG im MEERESMUSEUM Stralsund


(Stralsund, 23.02.16) Einmal jährlich haben die fünf Schildkröten im MEERESMUSEUM Stralsund einen Termin bei Tierarzt Dr. Dieter Göbel. Den Anfang machte heute eine weibliche Suppenschildkröte, die per Muskelkraft aus dem 350 000-Liter-Becken an Land in ein Tragetuch gezogen und dann per Kran auf den Behandlungstisch „bugsiert“ werden musste. So wie dieser Schildkrötendame erging es auch den drei anderen Weibchen und einem Männchen, wobei einige Tiere mit Hilfe von Tauchern aus dem Becken gehoben wurden.

Auf dem gepolsterten Hubtisch im Behandlungszimmer machte der Rostocker Veterinärmediziner routiniert den Gesundheits-Check und wurde dabei von seiner Assistentin und bis zu sechs Aquarienmitarbeitern unterstützt. Nach Prüfung des Pulses sowie dem Abtasten der Halsorgane, wurden die schwergewichtigen und etwas zappeligen Tiere mit einem nassen Tuch auf dem Kopf und Kraulen am Hals beruhigt. Per Ultraschall wurden innere Organe, wie z. B. Schilddrüse, Gefäße, Blase und Darm kontrolliert. Mittels Tupfer wurden Proben von den Schleimhäuten der Augen, der Nase und aus dem Rachen entnommen, um diese mikrobiologisch auszuwerten. Besonderes Augenmerk legte Dr. Göbel auf den Panzer – das Spiegelbild der Gesundheit einer Schildkröte. Es wurden u. a. lockere Hornschuppen entfernt und nebenbei Panzerbreite und -länge ermittelt, denn Reptilien wachsen ein Leben lang. Den Abschluss der Prozedur bildete die Panzerpflege mit Zinkoxidspray zur Zellerneuerung bzw. für das Zellwachstum.

Spannung herrschte beim Wiegen: aktuelles Schwergewicht ist und bleibt die erste Patientin – eine Suppenschildkröte mit 110 Kilogramm. Am meisten zugelegt – mit einem Plus von neun Kilo gegenüber dem Vorjahr – hat das Unechte Karettschildkröten-Weibchen, das nun 103 Kilogramm wiegt. Am leichtesten in der Schildkröten-WG ist das Unechte Karettschildkröten-Männchen mit 67 Kilogramm. Fazit: außer kleinen Blessuren, die verarztet wurden, hatte der Tierarzt keine Beanstandungen.

Im MEERESMUSEUM Stralsund leben zwei Suppenschildkröten, zwei Unechte Karettschildkröten und eine Echte Karettschildkröte. Besonders gut sind die Tiere mittwochs und freitags bei der kommentierten Fütterung um 13:00 Uhr sowie beim Tauchgang jeden Donnerstag um 11:00 Uhr zu sehen. – Das MEERESMUSEUM zeigt meereskundliche Ausstellungen sowie Tiere der Tropen und des Mittelmeeres Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr, ab Juli sogar täglich.

Sonntag, 21. Februar 2016

Renommierter Korallenforscher zu Gast im MEERESMUSEUM Stralsund

Die Riffe, von Steinkorallen gebaut, dienen Fischen, Krebsen, Muscheln und vielen anderen Bewohnern als Lebensraum. (Foto: © Tomas Lundälv)

Nicht ohne meine Nachbarn – Biologische Wechselwirkungen in Tiefseeriffen

Renommierter Korallenforscher zu Gast im MEERESMUSEUM Stralsund


(Stralsund, 19.02.16) Er gilt als DER Korallenforscher in Deutschland: Prof. Dr. André Freiwald erforscht seit über 20 Jahren die Kaltwasser-Korallenriffe im Nordost-Atlantik, von Norwegen bis Westafrika. Kurz vor Abschluss des Jahresthemas EXPEDITION TIEFSEE am Deutschen Meeresmuseum berichtet er über seine Beobachtungen in dieser noch immer wenig bekannten Welt.

Der Vortrag lädt ein zu einer „Tauchfahrt“ durch die Kaltwasser-Korallenriffe entlang des europäischen Kontinentalhangs. Dabei stellt der Referent ausgewählte, spannende biologische Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Bewohnern vor und erläutert die ökologische Funktion der Riffe im Lebensraum der Kontinentalränder. Prof. Freiwald ist Leiter der Abteilung Meeresforschung am Institut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven.

Der Vortrag „Nicht ohne meine Nachbarn“ findet am Donnerstag, 25.02.16, um 19:00 Uhr im Stralsunder MEERESMUSEUM statt. Der Eintritt zum Vortrag beträgt drei Euro pro Person. Für Mitglieder des Fördervereins Deutsches Meeresmuseum e. V. gilt Eintritt frei.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Deutsches Meeresmuseum würdigt Lebenswerk von Roland Heppert

Roland Heppert. (Foto: © Deutsches Meeresmuseum)

Deutsches Meeresmuseum würdigt Lebenswerk von Roland Heppert


(Stralsund) Im MEERESMUSEUM Stralsund wurde die neue Sonderausstellung Roland Heppert am Meer eröffnet – zur Würdigung der langjährigen Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem Gestalter des Deutschen Meeresmuseums Roland Heppert (1940 – 2014). Er war Industriedesigner, Schriftgestalter, Architekt, Maler, Grafiker, Künstler, Meeresschützer, Kollege, Ratgeber und Freund. So vielfältig wie Beruf und Berufung, so unterschiedliche sind auch seine Werke, die in der aktuellen Sonderschau nur einen Bruchteil seines Schaffens repräsentieren. Die Exposition zeigt einen Querschnitt aus Malerei, Plakaten, Faltblättern, Gestaltungskonzepten, Grafiken, Planungsskizzen und Ideensammlungen, die allesamt die unverwechselbare Handschrift von Roland Heppert tragen. Besonderer Blickfang ist der Ausschnitt eines großen Acryl-Wandbildes mit dem Titel „Unterwasser-Vision“ von 1980.

„Roland Heppert lag der Schutz der Meere sehr am Herzen“, sagte Direktor Dr. Harald Benke. „Immer wieder forderte er die Verantwortung des Deutschen Meeresmuseums als Anwalt der Meere ein“, ergänzte er. 

Über mehr als 40 Jahre begleitete der gebürtige Oberlausitzer und spätere Wahlberliner Roland Heppert die Entwicklung des Museums. Seit den 1970er Jahren sorgte er für die Abstimmung von Materialien und Farben; für die Balance von Objekten, Abbildungen und Texten in den Ausstellungen der Katharinenhalle. Er zeichnete und malte unzählige Grafiken in den Vitrinen und gestaltete die Dekoration der Aquarien. In den Jahren nach 1989 wirkte er als gestalterischer Spiritus Rector für umfangreiche bauliche Erweiterungen sowie bei der Planung und Realisierung des OZEANEUMs.

„Roland Heppert war ein exzellenter Gestalter und Museumsarchitekt und ein hervorragender Maler“, so Andreas Tanschus, kaufmännischer Direktor des Deutschen Meeresmuseums. „Sein Anteil am guten Ruf des Hauses ist unschätzbar.“

Dem Deutschen Meeresmuseum galt seine Passion – und den Kindern. Die Achtung der Schöpfung und die Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit den Lebensgrundlagen auf der Erde gehörten zu seinen wichtigsten Anliegen. Seine offene, zugewandte Menschlichkeit machte Roland Heppert zu einem allseits geschätzten Mitglied des Kollegiums. Eine Retrospektive seiner Arbeit am Deutschen Meeresmuseum war seit mehreren Jahren geplant; erste Ideen hat er selbst mitberaten und die Auswahl einiger Exponate vorgeschlagen. Das Kollegium des Museums gedenkt mit dieser Ausstellung in großer Dankbarkeit seines langjährigen Wegbegleiters, wertvollen Ratgebers und vertrauten Freundes.

„Roland Heppert hatte das Deutsche Meeresmuseum im Kopf und im Herzen“, brachte es Dr. Götz-Bodo Reinicke, der Kurator der Sonderschau, auf den Punkt. – Die Ausstellung wird bis einschließlich 3. Juli 2016 im MEERESMUSEUM Stralsund während der regulären Öffnungszeiten zu sehen sein.

Samstag, 6. Februar 2016

Erneuerte Bänke auf der Binzer Seebrücke

Foto: Kurverwaltung Binz

Frühjahrskur für Ruheinseln über dem Meer

Erneuerte Bänke auf der Binzer Seebrücke

Ostseebad Binz, Februar 2016 (kv) Seit 1994 streckt sich die Binzer Seebrücke in ihrer heutigen Form 370 Meter über die Ostsee. Der Spaziergang über dem Meer ist für viele Gäste und auch Einheimische ein festes Ritual. Tausende Besucher genießen jedes Jahr von hier aus den Blick auf das Meer und das einmalige Binzer Panorama. Außerdem starten am Seebrückenkopf die Ausflugsschiffe ihre Touren Richtung Kreideküste. Doch Wind und Wetter haben der Binzer Seebrücke in den letzten Jahren kräftig zugesetzt. Deshalb wurden vor wenigen Tagen zu Beginn der Saisonvorbereitungen 20 Sitzbänke auf der Seebrücke erneuert. In ungewohntem Rotbraun leuchten die neuen Sitzflächen aus Bongossi-Holz in der Wintersonne. Das besonders witterungsfeste Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern mit FSC-Siegel. Die Organisation Forest Stewardship Council (FSC) vergibt das Zertifikat für den verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur. 62 laufende Meter Holz wurden durch die Ostseedienst GmbH, Till Jaich verarbeitet, welche den Auftrag ausführte. Das Holz ist zusätzlich gewachst, damit es den Witterungseinflüssen länger Stand hält und auch um Spannungsrisse im Sommer zu vermeiden. An der geradlinigen, modernen Optik der Bänke wurde nichts geändert. Und auch die Aussicht auf die Ostsee ist unverändert schön.