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Mittwoch, 27. Januar 2016

„Geisternetze“ im Naturerbe Zentrum Rügen

© Naturerbe Zentrum Rügen

„Tägliche Führungen um 11 oder 14 Uhr auf dem Baumwipfelpfad erlauben auch im Winter besondere Einblicke in das umgebende DBU Naturerbe Prora.“

„Geisternetze“ im Naturerbe Zentrum Rügen

Wanderausstellung des Deutschen Meeresmuseums vom 1. Februar bis 30. April in Prora zu sehen


(Ostseebad Binz/ OT Prora) Unter dem Motto „Kein Plastik Meer“ hat das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund 2014 auf eins der größten Umweltprobleme der Ostsee aufmerksam gemacht. Neben vielen anderen Aktionen entstand gemeinsam mit dem WWF Deutschland und dem Verein archaeomare im Rahmen eines Projektes die Wanderausstellung „Geisternetze – tödliche Fallen“, die von Februar bis April im Naturerbe Zentrum Rügen in Prora kostenfrei besichtigt werden kann. 

Am Beispiel von verlorenen Kunststoffnetzen erläutert die Ausstellung das globale Müllproblem im Meer sehr anschaulich. Die losen Fischernetze, die im Meer treiben oder sich an Hindernissen verfangen, können zur tödlichen Falle für Meerestiere werden. Schätzungen zufolge gehen in den Gewässern Europas etwa 25.000 Fischernetze pro Jahr verloren. Allein in der Ostsee geht man von 5.000 bis 10.000 Netzen und Netzteilen aus, die ziellos durch das Meer treiben oder an Hindernissen hängen. Ebenso wie anderer Plastikmüll zersetzen sich diese nur sehr langsam und geben dabei Weichmacher und andere Giftstoffe ins Wasser ab. Durch Meeresströmungen und Abrieb an Wracks werden sie mechanisch beansprucht und zu kleinen Faserresten zermahlen.

Neben der aktuellen Wechselausstellung können Besucher außerdem auf dem barrierefreien Baumwipfelpfad und in der Erlebnisausstellung wunderbare Einblicke in die umgebende Natur erleben. Im Mittelpunkt des täglich geöffneten Zentrums steht das DBU Naturerbe Prora mit seinen verwunschenen Buchenwäldern, geheimnisvollen Erlenbrüchen und den rund 4.000 Jahre alten Feuersteinfeldern. Die 1.900 Hektar große und zum Nationalen Naturerbe gehörende Fläche ist als ehemaliges militärisches Sperrgebiet heute ein Zuhause für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten.

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