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Freitag, 8. Juni 2012

Greenpeace Vortrag im Ozeaneum zur einzigen heimischen Walart


(c) Armin Maywald/Greenpaece

Schweinswale in Seenot 

Greenpeace Vortrag im Ozeaneum zur einzigen heimischen Walart 


Stralsund, 07. Juni 2012 – Die Zahl der Schweinswale in Nord- und Ostsee nimmt rasant ab. Daher steht der kleine Tümmler am 13. Juni im Mittelpunkt der Vortragsreihe „Greenpeace und das Meer“ im Ozeaneum in Stralsund. Lothar Hennemann, ehrenamtlicher Mitarbeiter aus Hamburg, zeigt Fotos und Videosequenzen und berichtet über das Leben der einzigen heimischen Walart.

„Die kleinen Schweinswale sterben hundertfach, in der Ostsee kämpfen sie ums Überleben“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. Östlich von Rostock in der zentralen Ostsee gibt es Schätzungen zufolge nur noch zwischen 100 und 600 dieser Tiere. Die größte Gefahr sind Stellnetze. Die nur 1,50 Meter großen Schweinswale verfangen sich in ihren Maschen, können zum Atmen nicht mehr an die Oberfläche und ertrinken qualvoll.

Lärm von Schiffssmotoren, Ölplattformen oder Sprengungen stören die Orientierung der Tiere. Im Fettgewebe der Schweinswale reichern sich immer mehr Gifte aus Landwirtschaft und Industrie an. Viele sterben durch Plastikmüll, den sie mit Nahrung verwechseln.

Schweinswale müssen geschützt werden 


In der Nordsee gilt das Sylter Außenriff als Kinderstube der Schweinswale und ist deswegen als NATURA 2000-Gebiet ausgewiesen - doch auch hier müssen die kleinsten Wale vor Deutschlands Küsten um ihr Leben fürchten. Daher versenkten Greenpeace-Aktivisten im Sommer 2008 und 2011 dort mehr als 300 Natursteine, um das Riff vor Fischerei zu schützen.

Unterwasser-Lautsprecher, so genannte „Pinger“, sollen nun an die Stellnetze angebracht werden, um die kleinen Wale zu vertreiben. Doch so werden diese auch aus dem eigens für sie eingerichteten Schutzgebiet vertrieben. „Nach deutschem Gesetz wäre eine solche Maßnahme illegal“, sagt Maack.

Zum Schutz der Wale fordert Greenpeace eine konsequente Reform der Europäischen Fischereipolitik (GFP), ein Netzwerk großflächiger Meeresschutzgebiete, schonende Fischereimethoden ohne Beifang und Maßnahmen gegen die Verschmutzung der Meere.

Termin: Lothar Hennemann – „Schweinswale in Seenot“ Mittwoch, 13. Juni, 12 und 15 Uhr im Kinosaal der Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“. Mit Zeit für Fragen und Diskussion. Die Teilnahme ist kostenlos.

Vorschau:

  • 18. Juli: Lothar Hennemann – „Die Folgen der Katastrophe im Golf von Mexiko“ 
  • 15. August: Gisela Weismann – „Klein, grau, gefährdet – der Schweinswal“ 

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