Mittwoch, 10. Januar 2018

Kliffabbrüche an Rügens Nordküste: Minister mahnt zur Vorsicht

Kliffabbrüche an Rügens Nordküste: Minister mahnt zur Vorsicht


An der Nordküste Rügens ist es in den vergangenen Tagen zu zwei größeren Kliffabbrüchen gekommen. Die Abbrüche ereigneten sich vermutlich bereits am Ende der ersten Januarwoche. Ein großer Abbruchbereich befindet sich ca. 200 Meter südlich der Rettungsleiter am Kieler Bach – etwa in der Mitte der Strecke zwischen Königssstuhl und Saßnitz. Experten schätzen das Volumen des Abbruchs auf 4.000 Kubikmeter.

Grund für den Abbruch ist ein Bach aus Niederschlagswasser, das aus einer eiszeitlichen, sandigen Sedimentschicht in der Kreide austritt. Derzeit laufen dort pro Tag ca. 50 Tonnen Wasser über das Steilufer in die See, wobei Sediment ausgewaschen und das Kliff destabilisiert wird.

Der zweite größere Abbruch ereignete sich ca. 800 m weiter südlich und umfasst ca. 2.000 Kubikmeter Sediment. Dort ist ein seit Jahren deutlich sichtbarer Überhang abgebrochen.

An zwei weiteren Uferbereichen kam es außerdem zu Sedimentrutschungen. Etwa 1500 Meter südlich vom Abstieg Kieler Bach hatte sich bereits 2008 ein Kliffabbruch ereignet, aus dessen Schuttkegel nun nachgesackter und ausgeschwemmter Sand einen etwa 100 Meter langen Strandabschnitt komplett zugeschüttet hat.

Im Grenzbereich des Nationalparks zur Stadt Saßnitz befindet sich eine Sandlinse in der Kreide, aus der bereits seit Jahrzehnten terrassenförmige Bereiche nachrutschen. Dort ist jetzt eine Baumgruppe mit ihrem Wurzelbereich den Hang hinab gerutscht und steht teilweise im Wasser.

Umweltminister Dr. Till Backhaus mahnt Spaziergänger an Rügens Küste zur Vorsicht: „An aktiven Kliffs wie diesem besteht dauerhaft die Gefahr von Abbrüchen. Im Frühjahr ist die Gefahr besonders hoch. Hier besteht Lebensgefahr! Halten Sie sich unbedingt an die vorgeschriebenen Wege und an die Gebotsschilder!“

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Monate sind die Kliffs wassergesättigt und dadurch instabiler als in Trockenphasen. Der Rückgang der Steilufer an den Außenküsten ist ein natürlicher Vorgang. Aktive Kliffs gibt es u. a. in Großklützhöved, Nienhagen, am Fischlandhochufer, am Dornbusch, in Sellin, Göhren, Zempin und Koserow. Hier sind Abbrüche am wahrscheinlichsten. Gefährdete Kliffs sind durch fehlenden oder im Abrutschen befindlichen Bewuchs gut erkennbar.

Kliffabbruch nahe dem Kieler Bach zwischen Königsstuhl und Saßnitz / Foto-Quelle: Dr. Ingolf Stodian/Nationalparkamt Vorpommern

HINTERGRUND:


Kreide ist ein Sediment, das zu 98 Prozent aus den Resten mikroskopisch kleiner Organismen besteht, die zur Kreidezeit im Wasser lebten und ein Kalkskelett hatten. Der an der Küste im Nationalpark Jasmund nun sichtbare Teil dieser Sedimente ist vor rund 68 Mio. Jahren gebildet worden.

In der nachfolgenden Zeit wurden die Kalksedimente im Meer überlagert und verfestigt. Durch tektonische Kräfte und durch die Eiszeit wurde eine Kreidescholle aus dem Untergrund der Ostsee wieder heraus gehoben und dabei stark deformiert. Dadurch ist die Kreide in sich in kleine Stücke zerbrochen. Auf diesen Bruchflächen kann Wasser durchsickern und es bilden sich dabei Gleitbahnen aus. Deshalb gibt es auch nach niederschlagsreichen Zeiten mehr Abbrüche als in trockenen Zeiten.

Zudem hat die Eiszeit selbst Sedimente hinterlassen, die heute auf der Kreide liegen. Dabei handelt es sich um Sand und Geschiebemergel (Kalk-, Ton-, Sand-Gemisch). Der Sand ist ein guter Grundwasserleiter. Bei der Deformation der Kreide in der Eiszeit ist diese in große Schollen zerbrochen, die teilweise untereinander geschoben wurden. Dabei wurden die ursprünglich auf der Kreide liegenden Sedimente in die Kreide eingefaltet. Auch der größere Abbruch am Kieler Bach passierte in einer solchen eiszeitlichen Sedimentauflage.



Mittwoch, 20. Dezember 2017

OZEANEUM und MEERESMUSEUM Stralsund auch feiertags offen

Schwarzspitzenriffhaie und Meeresschildkröten teilen sich das größte Aquarium im MEERESMUSEUM. (Foto: Johannes-Maria Schlorke/Deutsches Meeresmuseum)

OZEANEUM und MEERESMUSEUM Stralsund auch feiertags offen


(Stralsund, 19.12.17) Wer es noch nicht geschafft hat, das Jahresthema Meereskinder im OZEANEUM oder MEERESMUSEUM zu entdecken, für den könnte ein Museumsbesuch zu den Feiertagen noch ein guter Vorsatz für das alte Jahr sein (und für 2018 sowieso). In den Ausstellungen und Aquarien gibt es spannende Infos zum Familien- und Liebesleben im Meer.

Nach dem einzigen Ruhetag am 24. Dezember öffnet das OZEANEUM ab 25. Dezember bis ins neue Jahr täglich von 09:30 bis 18:00 Uhr seine Türen. Lediglich Silvester ist um 15:00 Uhr Feierabend. Im OZEANEUM steht täglich um 12:00 Uhr auf der Dachterrasse das Futter für die Pinguine bereit. Ein Tierpfleger kommentiert die Fütterung und beantwortet Fragen. Faszinierend ist auch das Demobecken mit Einsiedlerkrebsen und Strandkrabben, die jeden Tag von 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr sogar berührt werden dürfen. Wer noch mutiger ist, auf den wartet beim Tatort Museum die aufregende Suche nach dem Dieb eines Haizahnes. Dabei hilft der kostenlose Detektivpass. Erfolgreiche „Schnüffler“ erhalten eine kleine Belohnung.

Auch das MEERESMUSEUM bleibt am 24. Dezember geschlossen, bevor es vom 25. Dezember bis 7. Januar täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein wird. Nur am 31. Dezember gehen die Museumslichter bereits 15:00 Uhr aus. Jeden Donnerstag 11:00 Uhr findet der kommentierte Tauchgang bei den Meeresschildkröten statt. Ihre Leckerbissen dagegen bekommen die gepanzerten Reptilien montags, mittwochs und freitags 13:00 Uhr. Wer mag, kann sich Samstag und Sonntag um 13:00 Uhr der Führung zur „Nutzung der Meere“ anschließen. Bis 22. Dezember sowie ab 27. Dezember ist zudem das Forum von 12:00 bis 16:00 Uhr offen mit den Entwürfen vom Architektenwettbewerb zum Umbau des MEERESMSUEUMs.

An den Kassen beider Museen gibt es noch bis 23. Dezember Geschenkgutscheine und Jahreskarten. Weitere Infos zu Fütterungs- und Öffnungszeiten findet man unter deutsches-meeresmuseum.de

Montag, 11. Dezember 2017

Zur Adventszeit auf Spurensuche im OZEANEUM


Zum späten Nachmittag ins ehemalige Dominikanerkloster St. Katharinen – das Domizil des MEERESMUSEUMs. (Foto: Johannes-Maria Schlorke / Deutsches Meeresmuseum)

Zur Adventszeit auf Spurensuche im OZEANEUM

Vorweihnachtszeit im OZEANEUM und MEERESMUSEUM zum reduzierten Eintrittspreis erleben



(Stralsund, 11.12.2017) Noch bis zum 3. Januar können sich kleine Spürnasen wieder auf die Suche durch das OZEANEUM begeben. Bei der dritten Ausgabe der Tatort Museum-Reihe dreht sich alles um den Diebstahl eines Zahns. Und das kam so: Es war ein ganz normaler Donnerstag im OZEANEUM Stralsund. Museumsgäste staunten über die Unterwasserwelt in den Ausstellungen und Aquarien der nördlichen Meere. Der Besucherservice informierte und betreute die Gäste. Schulklassen liefen mit Rallye-Bögen durch das Museum. Doch an diesem Donnerstag passierte noch etwas anderes. Der Museumsdirektor stellte einen Tag später bestürzt fest, dass ein bedeutendes Museumsstück nicht mehr an seinem Platz ist. Mit dem Detektivpass des OZEANEUMs, Rätseltalent und Spürsinn können Kinder ab 8 Jahre den Kriminalfall lösen. Aus einem Kreis von acht Verdächtigen müssen die Museumsdetektive den Täter ermitteln. Dabei helfen ihnen verschiedene Stationen mit Hinweisen im Rundgang. Alle Kinder, die den Fall lösen, können sich auf eine Urkunde und eine kleine Belohnung im Museumsshop freuen. Den Detektivpass gibt es gratis für Museumsbesucher an der Kasse.

Während die jüngeren Besucher voller Tatendrang auf Detektivsuche gehen, können die Großen entspannt bei der Happy Hour den Abend ausklingen lassen. Noch bis 20. Dezember laden OZEANEUM und MEERESMUSEUM zum reduzierten Eintrittspreis am Nachmittag in die Welt der nördlichen Meere oder in die tropischen Aquarien ein. Beim Anblick von schwebenden Meeresschildkröten, eleganten Rochen oder filigranen Quallen kann man den Weihnachtstrubel hinter sich lassen. Die Happy Hour gilt jeweils zwei Stunden vor Schließzeit. Der Besuch im MEERESMUSEUM Stralsund ist von Dienstag bis Sonntag ab 15 Uhr pro Erwachsener für acht statt zehn Euro möglich. Zur Unterwasserreise im OZEANEUM Stralsund zahlen Erwachsene ab 16 Uhr 13 statt 17 Euro.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Erzählungen von den Inseln am Sonnabend 9.12.: Henry David Thoreau


Erzählungen von den Inseln am Sonnabend 9.12.: Henry David Thoreau


Die Veranstaltung steht unter dem Titel Henry David Thoreau – Der Wanderer zwischen Walden-See und Atlantik. Aus Anlass von Thoreaus 200. Geburtstag in diesem Jahr stellt Holger Teschke den visionären amerikanischen Schriftsteller und Naturphilosophen vor und liest Auszüge aus seinen Werken – auf der Gitarre begleitet von Björn Bohnert.

Henry David Thoreau, geboren 1817, gestorben 1862, galt seinen Zeitgenossen eher als Waldschrat und Sonderling mit einer romantisch verklärten Vorliebe für die einfache Natur. Zwei Jahrhunderte später kann er mit gutem Recht als philosophischer Visionär bezeichnet werden, dessen Werke an Aktualität kontinuierlich hinzugewonnen haben. Mit seinem nicht nur literarisch propagierten, sondern praktisch gelebten Aussteigertum – exemplarisch in seinem mehr als zweijährigen Rückzug an den Walden-See bei Concord (Massachusetts) 1845 bis 1847 –, wie auch in seinem Essay über „Die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“ nimmt er wesentliche Motive postmoderner Kapitalismuskritik und Gegenkultur vorweg. Neben der Einsamkeit der Wälder lockten ihn vor allem die Sandküsten der Halbinsel Cape Cod im Südosten von Massachusetts, die er seit 1849 mehrfach bereist hat. Das immense Tagebuchwerk, in dem Thoreau seine Wanderungen und Naturaufenthalte in ebenso präzisen wie poetischen Aufzeichnungen reflektiert, hat zahlreiche ihm nachfolgende amerikanische Schriftsteller, Philosophen und Künstler beeinflusst. Zu seinem 200. Geburtstag liegen neben weiteren Neuveröffentlichungen nunmehr auch die ersten beiden Bände einer umfangreichen deutschen Ausgabe seiner Tagebücher aus dem Verlag Matthes & Seitz Berlin vor. Holger Teschke hat für den 2. Band ein einfühlsames und engagiertes Nachwort verfasst und stellt den „Wanderer zwischen Walden-See und Atlantik“ in Dahlmanns Bazar vor.

Der Eintritt ist frei.

Um Voranmeldung unter 038392 677476 oder per Mail an kontakt@dahlmannsbazar.de wird gebeten.

Dienstag, 21. November 2017

Reinigungsprofi ist Schildkrötenpate im MEERESMUSEUM Stralsund


Pate Norbert Wetzig (l.) mit Museumsdirektor Dr. Harald Benke während der Schildkrötenfütterung. (Foto: Jan-Peter Reichert/Deutsches Meeresmuseum)

Reinigungsprofi ist Schildkrötenpate im MEERESMUSEUM Stralsund


(Stralsund, 17.11.17) Ab sofort hat die einzige Echte Karettschildkröte im MEERESMUSEUM Stralsund einen Paten. Norbert Wetzig von der gleichnamigen Firma für Gebäudeservice aus Erkelenz (Nordrhein-Westfalen) hat mit Bedacht den Namen Liv für das Schildkrötenweibchen gewählt – die schwedische Bedeutung für Leben. Auch im MEERESMUSEUM fand der Name sofort Anklang. Der Vorschlag stammt ursprünglich von der 11jährigen Marie Fuhrmann.

Geschäftsführer Norbert Wetzig setzt sich seit Jahren für den Umweltschutz ein, da er der festen Überzeugung ist, dass jeder Einzelne durch sein Handeln einen Beitrag für eine saubere Umwelt leisten kann. Dabei geht der Unternehmer mit gutem Beispiel voran, z. B. mit Elektro-Firmenfahrzeugen. Zudem hat Norbert Wetzig ein wieder befüllbares Reinigungssystem entwickelt, um damit die Plastikflut einzudämmen. Ein Großteil des Verkaufserlöses geht u. a. an Projekte zum Schutz der Meeresschildkröten. So kam es zu der Entscheidung, sich für eine der Stralsunder Schildkröten einzusetzen.

Die Echte Karettschildkröte (lat. Eretmochelys imbricata, engl. Hawksbill) – nun mit dem Namen Liv – ist vermutlich 1988 geschlüpft und somit knapp 30 Jahre alt. Sie wurde als wenige Wochen altes Tier illegal nach Deutschland gebracht, zunächst vom Azubi einer Zoohandlung zu Hause aufgezogen und im Oktober 1989 an Wilhelma Stuttgart (Zoologisch-Botanischer Garten) abgegeben. Seit September 1990 lebt das Weibchen im MEERESMUSEUM. Beim letzten Gesundheits-Check brachte die Schildkrötendame 73 Kilogramm auf die Waage.

„Wir sind froh, mit Norbert Wetzig einen so engagierten Paten gefunden zu haben.“, sagt Wissenschaftlerin Ines Martin, die am Deutschen Meeresmuseum die Patenschaften betreut. „Und natürlich freuen wir uns über den Patenschaftsbetrag von 1.000 Euro, der unmittelbar den Schildkröten zugutekommen wird.“ Wer ebenfalls Interesse an einer Aquarien- oder Sammlungspatenschaft hat, kann unter patenschaften@meeresmuseum.de weitere Infos bei Ines Martin erfragen.

Mittwoch, 1. November 2017

OZEANEUM Stralsund begrüßt 6-Millionsten Besucher seit Eröffnung

Foto: Romy Kiebel/OZEANEUM Stralsund
Dr. Harald Benke, Geschäftsführer OZEANEUM Stralsund GmbH, Luise (3), Florian & Anna Waldherr, Juana Häusler, Leiterin Besucherservice OZEANEUM, Maskottchen Walfred, Liselotte (9), Leopold (7) (v. l. n. r.)

OZEANEUM Stralsund begrüßt 6-Millionsten Besucher seit Eröffnung


(Stralsund, 01.11.2017) Strahlende Kinderaugen bekam die neunjährige Liselotte Waldherr aus Bayern, als Geschäftsführer Dr. Harald Benke sie am Mittwochmorgen gemeinsam mit ihren Eltern und den zwei Geschwistern begrüßte. Die Familie aus dem Oberpfälzer Wald ist zurzeit eine Woche im Urlaub im Ostseebad Prerow und wollte sich heute einen spannenden Tag im OZEANEUM machen. 2009 war die Familie schon einmal im OZEANEUM zu Gast – damals noch ohne die kleineren Geschwister Leopold (7) und Luise (3). Die Eltern Anna und Florian freuten sich über den Empfang, die Urkunde und das kleine Geschenk. „Am meisten freue ich mich auf die Pinguine. Das kann ich dann meinen Freunden erzählen, die werden staunen.“, sagte Leopold vor dem Rundgang im OZEANEUM. Die Vorfreude steigerte sich noch, als Direktor Dr. Harald Benke den Siebenjährigen und seine Schwester Liselotte zur Pinguinfütterung auf die Dachterrasse einlud, um selbst die Frackträger mit Sprotten zu füttern.

„Sechs Millionen Gäste in unserem Museum seit der Eröffnung 2008 – das macht mich sehr stolz. So ein Ergebnis können nicht viele Museen in Deutschland vorweisen.“, sagte Dr. Harald Benke, Geschäftsführer der OZEANEUM Stralsund GmbH. „Ich bedanke mich bei allen Museumsbesuchern und vor allem bei meiner engagierten Museums-Crew vor und hinter den Kulissen“.

Das OZEANEUM Stralsund zählt zusammen mit den drei weiteren Standorten der Stiftung Deutsches Meeresmuseum zu den besucherstärksten Museen in Deutschland. Auch im kommenden Jahr zum 10-jährigen Jubiläum des OZEANEUMs auf der Stralsunder Hafeninsel sind weitere Attraktionen und neue Ausstellungsobjekte in Planung.

Das OZEANEUM ist täglich ab 09:30 Uhr geöffnet und schließt gegenwärtig um 18:00 Uhr. Es zeigt fünf Dauerausstellungen, 50 Aquarien der nördlichen Meere und lädt zu täglichen Fütterungen und Führungen ein.


Freitag, 13. Oktober 2017


Keimzeit Akustik Quintett (c)Frank Gaudlitz

Keimzeit Akustik Quintett kommt mit „Albertine“ nach Binz


Live-Konzert am 25. Oktober um 20 Uhr in der Evangelischen Kirche


Ostseebad Binz, Oktober 2017 (kv) Wer die Band Keimzeit kennt, hat unwillkürlich
„Klingklang“ im Ohr, doch Keimzeit hat mehr. Und Keimzeit kann mehr. Seit 35 Jahren
begeistert die Band Freunde tiefgründiger Texte und perfekter Musik. Damit trumpft auch das
Keimzeit Akustik Quintett um Norbert Leisegang auf. In Binz präsentieren die Vollblutmusiker
am Mittwoch, dem 25. Oktober, um 20 Uhr in der Evangelischen Kirche ihr neues Album
„Albertine“. Dem Veranstalter, der Kurverwaltung Binz, beantwortete Norbert Leisegang vorab
schon ein paar Fragen:

Auf der Insel Malta hat das Keimzeit Akustik Quintett das Album „Albertine“ aufgenommen. Auf der Insel Rügen feiern Sie damit am 25. Oktober Vorpommern –Premiere. Welchen Bezug haben Sie zum Ostseebad Binz, zu Deutschlands größter (und aus unserer Sicht schönster) Insel und zum Meer?

Norbert Leisegang: Wir sind glücklich, unser neues Album in Binz vorstellen zu dürfen,
können wir uns doch noch sehr gut an das Konzert im Vorjahr bei Euch erinnern. Rügen und
insbesondere Binz haben für mich den viel beschriebenen Inselzauber. Diesem können sich
Musiker als auch Publikum nicht entziehen. Selbiger umgab uns auch auf Malta, als wir das
Album „Albertine“ aufnahmen. Insofern will ich sagen: „Es lebe die Insel.“

Wenn Sie auf Rügen sind und ein bisschen Zeit haben – wo sie dann am liebsten – und warum?

Norbert Leisegang: Hier muss Binz Sassnitz den ersten Platz einräumen. In meiner Kindheit
und Jugend war ich jährlich oft in Sassnitz. So ist mein Herz an diese Stadt gebunden.

„Albertine“ ist ein reifes Album, in dem 35 Jahre „Keimzeit“ und ganz viel Norbert Leisegang stecken – mit gewohnt anspruchsvollen Texten, mit Tiefgang, musikalisch äußerst abwechslungsreich. Ich würde in Anlehnung an den Titelsong sagen: So alt und doch so unfassbar von heute. Was meinen Sie dazu?

Norbert Leisegang: Es freut mich immer, wenn es ein Album oder wenigstens einige Songs
daraus, das Zeug zur Zeitlosigkeit haben. Ob das bei "Albertine" so sein wird, werden wir in ein paar Jahren sehen. Auf jeden Fall spielen wir aktuell nahezu das gesamte Album im Konzert.
Darüber hinaus natürlich einige Keimzeit-Klassiker wie Maggie, Breit, Singapur oder Kling
Klang. Alles in allem: zweimal eine Stunde.

Für all jene, die „Albertine“ noch nicht kennen: Wer ist diese geheimnisvolle Frau?

Norbert Leisegang: Ich stieß vor einigen Jahren in der Literatur auf Marcel Proust's Werk: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Schon der Titel hatte mich fasziniert. Beim Schreiben des aktuellen Albums färbten immer wieder verschiedene Tonlagen des Schriftstellers auf die Songs ab. Dem verweigerte ich mich nicht. Letztendlich aber muss man beim Hören des Albums nicht wissen, was Proust geschrieben hat… Es wäre allenfalls eine Leseanregung.
Die junge Dame Albertine ist übrigens die Geliebte des Hauptprotagonisten Marcel. Es dauert
eine Ewigkeit, bis beide zueinander finden und dann nur eine Nacht, in welcher sie sich trennen.
Das heißt: Albertine flüchtet vor Marcel. Die Parallelen zur jetzigen Zeit sind erstaunlich
zahlreich, wie ich finde.

Glauben Sie an Zufälle? Das Keimzeit Akustik Quintett soll ja ein „Zufallsprodukt“ sein. Wie kam es dazu?

Norbert Leisegang: Kaum etwas ist berechenbar. Schon gar nicht, wann und wo sich ein
Klangkörper zusammenfindet. Aus einer Notlage heraus bestritten wir, das ist nun schon einige Jahre her, ein Konzert mit nur akustischen Instrumenten und merkten, dass diese Konstellation eine Reihe von Keimzeit-Songs sehr gut kleidet. Nun, das haben wir dann peu à peu kultiviert.

Vielen Dank! Wir freuen uns auf das Konzert des Keimzeit Akustik Quintetts am Mittwoch, dem 25. Oktober, um 20 Uhr in der Evangelischen Kirche.

Die Tickets kosten 20 Euro, mit Kurkarte 16 Euro, freie Platzwahl. Einlass: 19.30 Uhr
Info & Kartenvorverkauf: Kurverwaltung der Gemeinde Ostseebad Binz, Heinrich-Heine-Straße 7 oder unter reservix.de

Das Keimzeit Akustik Quintett:
Norbert Leisegang, Gesang/ Gitarre
Martin Weigel, Gitarre/ Gesang
Gabriele Kienast, Geige
Christian Schwechheimer, Schlagzeug, Percussion Instrumente
Hartmut Leisegang, Bass